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ZDF-Politbarometer hätten SPD und Grüne eine deutliche Mehrheit. Trotz
Verlusten bei den Grünen käme ein rot-grünes Bündnis auf 49 Prozent.
SPD und Grüne könnten nach dem neuen
ZDF-Politbarometer mit einer deutlichen Mehrheit vor Schwarz-Gelb
rechnen, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre. Allerdings müssen
die Grünen nach ihrem Höhenflug auf 23 Prozent im Mai in der am Freitag
veröffentlichten Umfrage deutliche Verluste hinnehmen: Sie verlieren im
Vergleich zum Juli zwei Punkte auf 20 Prozent. Zusammen mit der SPD
(unverändert 29 Prozent) käme ein rot-grünes Bündnis auf 49 Prozent. CDU
und CSU legen einen Punkt auf 34 Prozent zu, die FDP wäre mit
unverändert vier Prozent nicht mehr im Bundestag vertreten. Die
Linkspartei liegt unverändert bei sieben Prozent.
Der Umfrage
zufolge trauen 25 Prozent der Bundesbürger einem rot-grünen Bündnis zu,
es besser zu machen als die amtierende Koalition aus Union und FDP. Fast
genauso viele (22 Prozent) meinen indes, SPD und Grüne würden
schlechter regieren. Fast die Hälfte (46 Prozent) sehen keinen
Unterschied.
Die Beliebtheitsskala des Politbarometers führt
weiter der frühere SPD-Finanzminister Peer Steinbrück mit einer Note von
1,4 an, gefolgt von SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier (1,3).
Steinbrück hatte in den vergangenen Monaten Erwartungen genährt, er
könnte sich um die Kanzlerkandidatur bewerben, über die die SPD Ende
nächsten Jahres entscheiden will. Als möglicher Anwärter auf die
Kandidatur gilt auch Steinmeier.
Hinter den beiden
SPD-Politikern folgt in der Popularitätsliste Verteidigungsminister
Thomas de Maiziere (CDU), gefolgt von Finanzminister Wolfgang Schäuble.
Mit einer unveränderten Note von 0,9 bleibt Kanzlerin Angela Merkel auf
Platz fünf. Nochmals an Sympathie verloren haben FDP-Chef Philipp Rösler
(minus 0,5) und Außenminister Guido Westerwelle (minus 1,5). CSU-Chef
Horst Seehofer gehört nach Meinung der Befragten nicht mehr zu den zehn
wichtigsten Politikern – er wurde von der Grünen-Fraktionschefin Renate
Künast verdrängt, die sich in Berlin auch um das Amt der Regierenden
Bürgermeisterin bewirbt.
Soziale Defizite bei der CDU
Eine Mehrheit der Befragten wünscht sich von der CDU ein schärferes
soziales Profil. Von allen Befragten gaben 61 Prozent an, die CDU sollte
sich mehr um soziale Sicherheit kümmern. Unter den Unions-Anhängern
sind es 45 Prozent. Für mehr Marktorientierung plädieren 16 Prozent
aller Befragten und 23 Prozent der Unions-Anhänger.
Konservativ-traditionelle Inhalte sollten in der Partei nach
Einschätzung von 21 Prozent aller Befragten und 26 Prozent der
Unions-Anhänger eine größere Rolle spielen, für mehr christliche
Politikinhalte sprechen sich in beiden Lagern 21 Prozent aus.
Für das Politbarometer befragte die Forschungsgruppe Wahlen 1280 Wahlberechtigte vom 9. bis 11. August.
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